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7. Branchentreffen Automobil

28.09.2016
7. Branchentreffen Automobil

Quo vadis, Automobilindustrie? Die Medienberichte der letzten Monate über die Branche zeigen deutlich, dass sie vor richtungsweisenden Umbrüchen steht. Zukunftsfähige, technische Lösungen und entsprechender Weitblick sind gefragt. Neue Impulse im Bereich der industriellen Automatisierung sowie eine Plattform für kontroverse Diskussionen unter den Fachleuten von VW, Daimler, Porsche & Co bot das 7. Branchentreffen der Automobilindustrie, ausgerichtet von der Indu-Sol GmbH.

Das große Teilnehmerfeld von 40 Vertretern aller namhaften deutschen Automobilisten verdeutlicht die Relevanz der Themen, die am 21. und 22. September in der Lichtstadt Jena auf der Agenda standen. So zeigte Dr. Wilfried Steiner von der TTTech Computertechnik AG in seinem Vortrag auf, welche Vorteile der aufkommende Ethernetstandard TSN (Time-Sensitive Networking) vor allem hinsichtlich der Echtzeitfähigkeit und Synchronisation von Automatisierungsprozessen bietet. Am Schluss stand die These, dass aktuell existierende Ethernet-Varianten für Nischenmärkte zwar bestehen bleiben, TSN-basierte Produkte für die Automobilindustrie aber stark an Relevanz gewinnen werden. Die Beschäftigung mit dieser Frage wird jedoch im Gegensatz zum autonomen Fahren, wo schon große Fortschritte gemacht wurden, sicherlich kein Selbstläufer. Indu-Sol wird das Thema in jedem Fall im Blick behalten und über relevante Entwicklungen bei künftigen Veranstaltungen informieren.

In seinem Vortrag „IT-Security im Kontext von Industrie 4.0“ berichtete Prof. Dr. Karl-Heinz Niemann von der Hochschule Hannover über eine steigende Anzahl von sicherheitsrelevanten Vorfällen in Folge einer zunehmenden Integration von Geschäftsprozessen (Informationstechnologie, IT) in Produktionsabläufe (Operational Technology, OT). Problematisch ist hierbei, dass in der Automatisierungstechnik innerhalb eines Netzwerkbereiches, der durch Firewalls bzw. Router nach außen abgesichert ist, kaum weitere Sicherheitseinrichtungen bestehen und alles als vertrauenswürdig eingestuft wird. Die Praxis zeigt jedoch, dass auch innerhalb dieser „Trusted Zone“ Angriffe von innen möglich sind, die den Prozess gefährden. Während dieses Risiko mit der steigenden Vernetzung immer intelligenter werdender Geräte und Komponenten weiter zunimmt, ist das Gefährdungsbewusstsein aufseiten der Anwender nur rudimentär vorhanden und wenn, werden Investitionen gescheut beziehungsweise es besteht Unsicherheit dahingehend, welche Schritte geeignet wären, um mehr Sicherheit zu gewährleisten. Hinzu kommt, dass die Securitywerkzeuge der IT nahezu ausschließlich auf Datenschutz fokussieren und nicht 1:1 auf die Netzwerke automatisierter Maschinen und  Anlagen übertragbar sind, ohne deren Verfügbarkeit zu gefährden.

Indu-Sol hat sich dieses Problems angenommen und erweitert im aktuellen Firmware-Update des Mess- und Diagnosetools PROFINET-INspektor® NT nicht nur dessen Diagnosefunktionen, sondern liefert dem Betreiber im Zuge der permanenten Netzwerküberwachung gleichzeitig sicherheitstechnische Hinweise, beispielsweise zur Detektion unbekannter Teilnehmer im Netzwerk oder Anomalieerkennung in Bezug auf Manipulation oder Programmierung - eben gerade innerhalb dieser Trusted Zone. Mit der Optimierung eines bestehenden Monitoringsystems können hier also mit vergleichsweise geringem Aufwand Verfügbarkeit und Sicherheit gleichermaßen realisiert werden.

Wie sich die negativen Einflüsse überhöhter Schirmströme auf die Kommunikation und die Geräteelektronik durch ein stark vermaschtes Potentialausgleichssystem deutlich reduzieren lassen, illustrierte Manuel Gaiser von der Daimler AG Bremen mit seinem Anwenderbericht zum Thema „Mesh BN - Durchgängigkeit bis Achse 6 des Roboters“. Gemeinsame Messungen mit der Indu-Sol GmbH ermöglichten die Umsetzung des Konzepts, bei dem nicht nur Schutz und Funktion des Potentialausgleichssystems verbessert werden konnten, sondern gleichzeitig der Verkabelungsaufwand deutlich reduziert wurde. Weitergehend ergibt sich die Perspektive, den PE aus den Leistungskabeln zu entfernen und in den BN zu integrieren. Ehe eine flächendeckende Akzeptanz der Umsetzung dieses revolutionären Ansatzes erfolgt, wird es aber wohl noch einiger positiver Präzedenzfälle bedürfen.

Obwohl das 7. Branchentreffen Automobil gerade erst die Ziellinie durchfahren hat, steht bereits der Termin für die Neuauflage in 2017, welche am 20. und 21. September stattfinden wird.


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Ihr Pressekontakt

  • Christian Wiesel

    Christian Wiesel

    Presse