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10. Branchentreffen Automobil

08.10.2019
10. Branchentreffen Automobil

Datenhunger trifft Bandbreitenlimit in Industrie-Netzwerken: Automobilindustrie diskutiert Zukunftstechnologien beim Jubiläums-Event

Die Markteinführung der Automatisierungstechnologie PROFINET bildete im Jahr 2010 den Stein des Anstoßes für ein Format, das nun mittlerweile ein ganzes Jahrzehnt besteht: das Branchentreffen Automobil. Deutschlands führende Fahrzeugbauer ‒ typischerweise Pioniere der Technik ‒ gehörten zu den ersten PROFINET-Anwendern und interessierten sich dafür, wie sich das Potenzial der Technologie optimal ausschöpfen lässt und was es für einen stabilen Netzwerk-Betrieb zu beachten gilt. Das passende Forum dafür fanden sie jedoch nicht etwa in Berlin, Wolfsburg oder München, sondern im thüringischen Schmölln.

Was einst als „Erfahrungsaustausch PROFINET“ begann, deckte in seiner 10. Auflage am 25. und 26. September 2019 wegweisende Technologiethemen aus der Welt der industriellen Netzwerke wie Time-Sensitive Networking (TSN), OPC UA, Switch-Architekturen sowie die Themen EMV & Potentialausgleich ab. Gelungen ist dies nicht zuletzt durch die hohe Qualität der Vorträge und Diskussionen externer Referenten. Ranghöchste Vertreter von Nutzerorganisationen wie Mirko Funke, der im Auftrag der PI (PROFIBUS & PROFINET International) die neue PROFINET- Spezifikation 2.4 mit „TSN-Domain“ vorstellte oder Peter Lutz (OPC Foundation) und Alexander Allmendinger (OPC Foundation) lieferten zu den entsprechenden Themen Informationen aus erster Hand. Josef Margraf (Audi Ingolstadt) zeigte den Blickwinkel der Anwenderseite, Jürgen Scheuring (TSN Systems) den der Entwickler von Test- und Simulationswerkzeugen.

Alle Vorträge lieferten Bausteine für Lösungen einer Herausforderung, die in der Realität immer deutlicher zu Tage tritt: Ursprünglich wurden PROFINET-Netzwerke nur für den zyklischen PROFINET- Datenverkehr geplant und ausgelegt. In PROFINET können jedoch mehrer Protokolle im selben Netzwerk kommunizieren. Steigende Verbindungen im Sinne von Industrie 4.0 sowie der vermehrte Einsatz von Sensoren lassen das Datenaufkommen im Netzwerk rasant ansteigen ‒ wie lässt sich dieses Dilemma auflösen?

Im Rahmen einer Umfrage unter den Teilnehmern des Branchentreffens wurde eine Trennung der Netzwerke (je eines für den zyklischen PROFINET-Verkehr und eines für den azyklischen Nicht- PROFINET-Verkehr) mehrheitlich abgelehnt. Eine Erhöhung der Bandbreite auf Gigabit wurde als kurzfristige Maßnahme erwartet, dient allerdings eher dem Zeitgewinn für bessere Lösungen. Die exakt zeitsynchrone Kommunikation über TSN bietet zwar gleich eine ganze Reihe von Bausteinen. Bis diese jedoch marktreif und flächendeckend als durchgängiges System im Netzwerk zur Verfügung stehen, werden aktuellen Schätzungen zufolge jedoch mindestens noch 3-5 Jahre vergehen.

„Die Flucht in höhere Bandbreite ist ebenso wenig eine Lösung wie der Aufbau getrennter, paralleler Netze“, resümiert Karl-Heinz Richter, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb bei Indu-Sol. „Vielmehr müssen wir uns fragen: Passen die Struktur und die Leistungsfähigkeit der Komponenten im Netzwerk zu meinen Anforderungen? Die Themen Netzwerkplanung und -monitoring werden deshalb weiter stark an Bedeutung gewinnen. Als langjähriger Erfahrungsträger bietet Indu-Sol hierzu künftig deshalb ein Netzwerkplanungs-Seminar an, um diesen wachsenden Bedarf zu decken.“

Somit werfen die nächsten Branchentreffen bereits spannende Schatten voraus und werden zeigen, welche Lösungen sich letztlich durchsetzen und auf welchen Gebieten Nutzerorganisationen, Anwender und Dienstleister ihre Kompetenzen bündeln müssen.


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  • Christian Wiesel

    Christian Wiesel

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